Der Wissenschaftler David Snowden beschäftigte sich schon in den 70er und 80er-Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts mit dem Thema Altersdemez. Für ihn stand der Alterungsprozess des Gehirns im Vordergrund. Die Studie brachte aber erstaunliche, für das Gedächtnistraining entscheidende, Informationen zu Tage.

Seine Anforderung war es, Menschen zu untersuchen bzw. in weiterer Folge deren Gehirn zu untersuchen, welche sich durch eine ähnliche Lebensweise sowie Erfahrungen und somit auch ähnlichen Lernabläufen auszeichnen. Solch eine Gruppe fand Snowden in einem Nonnen-Orden in den USA.

Er führte eine Langzeitstudie durch, analysierte die täglichen Abläufe, ob anspruchsvolle Tätigkeiten bis ins hohe Alter verrichtet wurden und auch die Gehirnleistungen der Nonnen. Nach dem Tod der Nonnen untersuchte er die Gehirne.

Eine Nonne, hohen Alters, stach besonders heraus. Sie lernte noch mit weit über 90 eine neue Sprache, war wissbegierig und an Neuem interessiert. Dieses Gehirn wollte der Wissenschaftler natürlich untersuchen! Dieses Gehirn muss sich von den anderen durch eine deutliche bessere Verfassung abheben, so war seine Annahme.

Nach dem Tod besagter Nonnen glaubte er seinen Augen nicht. Er hatte ein von Altersdemenz stark befallenes Gehirn vor sich liegen. Natürlich fragte er im Kloster nach, ob er denn das richtige Gehirn bekommen habe, vielleicht wurde es ja verwechselt. Das wurde verneint, da nur eine Nonne in dieser Wochen gestorben sei.

 

Die Langzeitstudie liefert folgende Erkenntnisse:

  • Auch Personen mit einer hohen geistigen Fitness können an Altersdemenz erkranken .
  • Regelmäßiges beschäftigen mit neuen Herausforderungen führt dazu, dass die Gehirnleistung auf hohem Niveau bleibt. Die erkrankten Personen wissen oft lange nicht, dass sie Altersdement sind.
  • Gehirntraining wirkt! Das Gehirn kann sich, bei regelmäßigen Training, durch Bildung neuer Nervenzellenverbindungen (Synapsen) bis ins hohe Alter immer wieder neu regenerieren
  • Sich im Alter auszurasten kappt die bereits aufgebauten Nervenzellenverbindungen